Archiv für April 2012

The Avengers – a few thoughts

Comic-Verfilmungen haben, insbesondere aufgrund des betagten Alters ihrer Vorlagen, fast durchgängig erstaunlich rückschrittliche Botschaften parat. Nach besonders emanzipatorischen Figuren- und Geschlechterkonstellationen sucht mensch dabei im Regelfall genauso vergebens, wie nach gesellschaftskritischen Inhalten – und nein, fortschrittsfeindlicher Kulturpessimismus fällt sicher nicht in diese Kategorie.
Umso überraschender, dass sich ausgerechnet Joss Whedon auf einmal dem Genre annimmt: Als Autor der Serien Buffy und Dollhouse gilt Whedon als Regisseur, der es wie wenig andere versteht emanzipatorische Botschaften in popkulturellen Werken unterzubringen.
Was fängt Whedon aber bitte mit den Avengers an: der moralisch unantastbaren Marvel-Sondereinsatztruppe, bestehend aus dem unverbesserlichen Patrioten Captain America, einem muskelbepackten germanischen Donnergott Thor, dem durch und durch machistischen Waffenproduzenten Iron Man, der einzigen weiblichen Figur und Femme Fatale Black Widow, ihren Spezialagenten-Kollegen und einem wütenden, grünen Monster?
Das emanzipatorische Potential mutet da doch etwas überschaubar an.
Umso erstaunlicher, dass es sich Whedon offenbar nicht nehmen lässt in dem begrenzten Rahmen, den das Setting bietet, die ein oder andere emanzipatorische Note unterzubringen und – was keine Selbstverständlichkeit ist – die regressiven Fettnäpfchen auslässt, die sich in dem Genre aufdrängen – womit er mit einigen wichtigen Erzählkonventionen des Comics bricht.

[Spoilerwarnung] (mehr…)