Beiträge von cosmonautilus

Workshop: Brot und Rosen

Von der Sozialistischen Frauenbewegung

Im Rahmen des Rosa&Karl-Veranstaltungswoche organisieren wir eine Veranstaltung, die sich mit dem Feminismus aus Rosas Zeiten auseinandersetzt. Schwerpunkt stellt der sozialistische Feminismus dar.

Sonntag, 6. Januar 2013 | 14.00 – 18:00 Uhr
NFJ-Laden, Weichselstraße 13, Neukölln; U8 Hermannplatz; M41 Fuldastraße

4 Tage nach dem Mord an Rosa Luxemburg konnten Frauen zum ersten Mal auf nationaler Ebene wählen – ein lang erkämpfter Erfolg der Frauenbewegung.
Neben demokratischen Rechten forderte die sozialistischen Frauenbewegung ein gerechtes Einkommen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. In dem Workshop wollen wir uns mit Sozialistinnen, wie Clara Zetkin und Johanna Loewenherz, ihrem Kampf um eine (geschlechter)gerechtere Gesellschaft und ihr Rolle in der sozialistischen Bewegung beschäftigen.

Rosa&Karl: Eine Replik auf Wladek Flakin

Die Liebknecht-Luxemburg-Demo – inzwischen längst zu einem Sammelbecken rückwärts-schauender Alt-Kommunist*innen verkommen – zieht noch einmal, die DKP-Fahnen schwenkend, an, gegen die „USA und ihre willigen Helfer“, wie es in ihrem Aufruf heißt. Es ist eine Demo, deren Teilnehmer*innen mehrheitlich nicht nur zurückblicken, sondern die vielmehr stehengeblieben sind und nur in dem Zurück eigentlich noch bei sich selbst sind – nämlich in einer Vergangenheit, der mit DDR-Fahnen, Stalin-Porträts und Mao-Bildern gehuldigt wird. Zumindest wird das alles geduldet, mit einem Augenzwinkern. Da wird auf der offiziellen Aufrufseite zu Bildern der Demo verlinkt, wo einem das ganze Gruselkabinett der ‚Großen Brüder‘ aufgeboten wird – alle sind sie da: eine Meisterleistung der Geschichtsverdrängung und -verkennung. Wenn der Große Bruder uns ansieht, da drücken wir schon einmal ein Auge zu. Distanzierung sieht aber anders aus, selbst wenn dies eine Kommunistische Plattform der Linken beteuert. Die LL(L)-Demo, schon lange eher spöttisch belächelt, trägt Vorkämpfer*innen zu Grabe und hüllt sich dabei selbst in ein rotes Leichentuch, wenn sie nicht aufwacht, anfängt nach vorwärts zu schauen und nicht mehr mit der Diktatur zu liebäugeln. Es gilt neue Wege zu gehen, aus Fehlern zu lernen. Wir werden sie fortan stehen lassen, die stehen geblieben sind. Und wir werden den neuen Weg auf einer anderen Demo gehen.

Doch dieser Tabubruch – sagen was ist, was auch jeder weiß, sich aber niemand eingestehen will – der zieht einen Aufschrei der Betonköpfe nach sich, die schon viel zu lange im Gedenken ihr Denken ausgeschaltet haben. Wladek Flakin, ein RIO-Trotzkist, empört sich in der Jungen Welt über diese Unverfrohrenheit – lässt seine Interviewpartner*innen „vor Wut schäumen“ – denn er weiß um die Gefahr: Eine emanzipatorische Alternative könnte dem bunten Treiben der Gulag-Freunde ein jähes Ende bereiten – würden sie sich doch nur immer weiter isolieren. Die einzige Möglichkeit, darauf zu reagieren: der Erbfeind! Es sind die Noskes und Scheidemanns, die Wölfe im Schafspelz, die sich gegen die Revolution stellen wollen! So verbleibt also den Vergangenen auch nichts anderes übrig, als die Geister der Vergangenheit anzurufen, um sie dem Neuen entgegenzuwerfen. Vorhersehbar!

Nichtsdestotrotz täuscht sich Wladek Flakin in seiner Einschätzung. Er bleibt lieber auf der Seite derjenigen, die eine mögliche militärische Aktion gegen Syrien und den Iran schon jetzt als „grausamer“ als die Shoa und den zweiten Weltkrieg ansehen, wie der Aufruf zur LL-Demo die Weltlage einschätzt. Noch ein trauriges Zeichen für eine Verkennung der Geschichte, wie aber auch der Realität. Neben den platten Phrasen bleibt hier nicht so vieles was Gehalt hätte, um eine neue Revolution zu begründen. Man besinnt sich lieber auf Luxemburgs „Prophezeiungen“ als selbst Analysen betreiben zu wollen. Wladek Flakin wird auch weiterhin noch vor Wut schäumen – helfen wird es ihm nicht. Er läuft noch auf der LL-Demo mit, weil ja neben Stalin und Mao schließlich auch noch Trotzki zu sehen ist. Und da soll er dann bitte auch bleiben. Es geht heute darum, sich für einen emanzipatorischen Kommunismus einzusetzen, der in die Zukunft schaut – und nicht in der Vergangenheit lebt. Und dies scheint, bei aller berechtigen Kritik an den Jusos und Konsorten, doch auf der Rosa&Karl-Demo weitaus vielversprechender zu sein, als weiter in den Reihen von Stalinos und Maoisten mitzulaufen.

Artikel von Wladek Flakin: hier

Website der LL-Demo: hier

Kritische Selbstreflexion!

Stalin-Kritiker*innen halten Transpi mit dem Slogan Aus gegebenem Anlass dokumentieren wir an dieser Stelle die Aktion und Stellungnahme am Rande der LL(L)-Demonstration Anfang 2012, die sich aus einem emanzipatorischen Verständnis einer befreiten Gesellschaft heraus gegen Maoismus und Stalinkult richtete. (mehr…)

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Rosa&Karl – Gedenken in der Krise!

Für den 13. Januar 2013 ruft das Bündnis Rosa&Karl zu einer eigenen Demonstration unter dem Motto „Gedenken in der Krise“ in Berlin auf. Das Bündnis wird bisher getragen vom Bundesverband der Falken, dem Bundesverband der DGBjugend, der NFJ, den Jusos Berlin, Hashomer Hatzair, den JungdemokratInnen Berlin und dem Bundesverband der Linksjugend [’solid].

http://rosaundkarl.blogsport.de

Banner des Rosa und Karl - Bündnis

Auszug aus dem Aufruf:
[…]
In der Vergangenheit sind viele Versuche sozialistische Ideen umzusetzen gescheitert. Nicht nur durch blutige Niederlagen wie die des Spartakusaufstands, sondern auch dadurch, dass ihr fortschrittlicher Gehalt in brutalen Diktaturen und repressiven Systemen ein Ende gefunden hat. Die Namen Stalin, Mao, Ho-Chi-Minh und Honecker stehen stellvertretend für dieses Scheitern.

Das traditionelle Gedenken an Rosa und Karl in Form der LL(L)-Demonstration stellt heute leider einen traurigen Ausdruck dieser Form des Scheiterns dar. Unwidersprochen werden Jahr für Jahr Stalin-Banner geführt, Weisheiten des großen Vorsitzenden Mao Zedongs zitiert und DDR-Fahnen geschwenkt. Kritik wird nicht entgegengenommen, sondern mit körperlicher Gewalt beantwortet. Wir bestreiten, dass solche menschenverachtende Ideologien etwas mit den Ideen von Rosa und Karl zu tun haben und haben die Hoffnung verloren, dass diese Aufstellung des Gedenkens noch von innen reformiert werden kann.

Wenn wir an die Ideen von Rosa und Karl anknüpfen und für ein freies und selbstbestimmtes Leben auf die Straße gehen, so tun wir das als Bündnis emanzipatorischer Jugendverbände und Gruppen. Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, sondern schreiten fragend voran. Wir wehren uns gegen jeden Dogmatismus und die Verherrlichung von Verbrechen begangen von sogenannten Linken und im Namen „der guten und wahren Sache“. Wir wehren uns gegen eine „Freund-Feind“-Logik, denn die Welt in der wir leben ist nicht schwarz- weiß, sondern bunt.
[…]
http://rosaundkarl.blogsport.de/aufruf/

Das Problem heißt (immer noch) Rassismus

bgr

Es ist nun ein Jahr her, dass die Terrorzelle NSU aufgeflogen ist. Doch weder Neonazis, noch Rassismus konnten aus der Gesellschaft zurückgedrängt werden. Gerade in diesem Moment sitzen Asylbewerber*innen vor dem Brandenburger Tor und hungern bei Kälte gegen die rassistische Residenzpflicht, die immer noch in deutschen Gesetzen verankert ist. Nicht nur dass es notwendig ist zum Hungerstreik zu greifen, um auf den Rassismus der Institutionen aufmerksam zu machen, sondern auch das massive Einschreiten der Staatsgewalt in Form von Polizist*innen zeugt von einem staatlich verankerten Rassismus. Einige Menschen wollen diesen allerdings immer noch nicht wahr haben.

Am 4.11. ruft deshalb das Bündnis gegen Rassismus zu einer Demonstration auf.

Das Bündnis gegen Rassismus in Berlin ruft für den 4. November zum Gedenken an die Ermordeten des NSU auf. Die Demonstration findet im Rahmen des bundesweiten Aktionstages “Das Problem heisst Rassismus” statt. Die Auftaktkundgebung findet um 14 Uhr am Oranienplatz auf dem Refugees Protestcamp statt.

Wir Fordern:

Kontinuierliche und kritische Auseinandersetzung mit Rassismus in all seinen Facetten in Politik, Alltag und Institutionen!

Alltagsrassismus und institutionellen Rassismus nicht an den “rechten Rand” zu verschieben, sondern endlich konsequent da zu bekämpfen, wo er vorkommt – in der Mitte der Gesellschaft!

Abschaffung des Verfassungsschutzes!

Abschaffung aller ausgrenzenden Gesetze! Ein menschenwürdiges Bleiberecht! Partizipationsrechte, gleichberechtigt und selbstbestimmt für alle in Deutschland Lebenden!

Schluss mit der diffamierenden und kriminalisierenden „Integrationsdebatte“!

Schluss mit der rassistischen „Vermisst“-Kampagne von staatlichen Institutionen

Eine rassismusfreie, gerechte, emanzipierte und solidarische Gesellschaft!

Mobivideo:

Mit dem Bus nach Fledermausland

Rassimsu tötet Die Kampagne Rassismus Tötet beschränkt sich nicht auf die Thematisierung der Ereignisse vor 20 Jahren in Rostock-Lichtenhagen, sondern rückt schon seit über einem Jahr die Pogrome, Morde und Übergriffe in allen möglichen Städten der Bundesrepublik in der Nachwendezeit in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Denn Lichtenhagen war kein Einzelfall, sondern nur der Höhepunkt einer Welle rassistischer Gewalt. Eine unüberschaubare Zahl von Übergriffen auf tatsächliche oder vermeintliche Ausländer*innen, zahlreiche Brandanschläge auf Flüchtlingsheime und pogromartige Ausschreitungen in Mölln, Solingen und anderen Städten waren die Folge eines zutiefst rassistischen öffentlichen Asyldiskurs in dessen Verlauf das Grundrecht auf politisches Asyl abgschafft wird.
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Stencilvorlage: Viva la Vulva!

Phallus-Vergleiche, Phallus-Symbole, Penis-Witze und Schwanzvergleiche prägen den Alltag der patriarchalen Gesellschaft. Doch wann nimmt mal jemand das Wort „Vulva“ in den Mund und an welcher Hauswand ist mal zur Abwechslung kein Pimmel, sondern eine Vagina gekritzelt?

Weil weibliche Sexualität viel zu oft keine Erwähnung findet und weibliche Genitalien auf Brüste reduziert werden… VIVA LA VULVA!

Als Mittel zur Gegenintervention hier eine Vorlage für eine Sprüh-Schablone: Einfach auf Papier ausdrucken oder abmalen, auf Karton, Pappe oder ähnliches kleben, mit einem scharfen Messer ausschneiden und sprühen!
Tipps zum Herstellen von Stencils und zum Sprühen gibts auch hier.

Die Deutsche Eiche in Lichtenhagen

Am 25.08.2012 fand in Rostock eine Großdemonstration zum Gedenken an das rassistische Pogrom der Nachwendezeit gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und die Unterkunft vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen statt. Tagelang belagerten hunderte mit Steinen und Molotovcocktails bewaffnete Nazis und Rassist*innen den bewohnten Wohnblock und steckten ihn in Brand. Tausende Rostocker Anwohner*innen applaudierten, die Polizei griff nicht in das Geschehen ein, sondern schirmte die Gewalttätigkeiten noch von spontan organisierten linken Gegendemons-trant*innen ab. In der Folge schaffte der Bundestag das verfassungsverbriefte bedigungslose Recht auf politisches Asyl ab.

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Das Problem heißt Rassismus

Vor 20 Jahren schaute die Welt fassungslos nach Rostock. Im Stadtteil Lichtenhagen gab es tagelange Angriffe auf die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und ein benachbartes Wohnhaus (Sonnenblumenhaus), die von einem Mob aus mehreren hundert RassistInnen angeführt und tausenden AnwohnerInnen bejubelt wurden. Die Angriffe endeten in einem Brandanschlag auf das Sonnenblumenhaus, in dem sich etwa 100 Menschen befanden, die sich noch in letzter Sekunde auf das Dach eines angrenzenden Gebäudes retten konnten. Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen war der Höhepunkt einer Kette von rassistischen Übergriffen in Deutschland Anfang der Neunziger Jahre. Im September 1991 wurden Wohnheime von Flüchtlingen in Hoyerswerda angegriffen, nach dem Pogrom in Lichtenhagen folgten Brandanschläge auf Häuser in Mölln und Solingen, in denen vor allem türkische Familien wohnten und bei denen insgesamt acht Menschen getötet wurden. Die herrschende Politik und die Boulevardpresse heizten die alltagsrassistische Stimmung in der Bevölkerung auf und inszenierten eine Bedrohung durch eine „Überflutung Deutschlands“ durch „Schein-“ und „Wirtschaftsasylanten“. Gewaltbereite Minderheiten verstanden sich als VertreterInnen einer empörten aber schweigenden Masse. Unter Missbrauch dieser Stimmung und den Vorkommnissen in der Republik einigten sich die Parteispitzen von SPD, CDU und FDP auf eine Änderung des Asylgrundrechtes. Mit der Änderung des Grundgesetzes und des Asylverfahrensgesetzes trat der Asylkompromiss 1993 in Kraft, welcher das individuelle Grundrecht auf Asyl abschaffte und die Möglichkeiten, sich erfolgreich auf das Asylrecht zu berufen, enorm einschränkte.
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Presseschau: Capture The Flag

BILD über CTF In den letzten Wochen gab es zahllose Reaktionen auf „Capture the Flag“ (CTF) und die von uns veröffentlichten Flyer und die Broschüre „Deutschland knicken“. Angesichts der Tatsache, dass das CTF eine bereits 6jähirge Tradition hat und auch Flyer wie der Autofähnchen-Ersatzflyer in den Vorjahren zur Anwendung kamen sind wir positiv überrascht welche Resonanz unsere Veröffentlichungen nach sich gezogen haben.

Wir dokumentieren und kommentieren an dieser Stelle eine Reihe dieser öffentlicher Reaktionen.
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