Archiv der Kategorie 'Antirassismus'

Luke Cage: Rechtschaffende Cops und ein kugelsicherer Schwarzer

Luke Cage - PLakat mit dem Zitat
Diese Kritik beinhaltet Spoiler, die jedoch auf das absolut nötigste beschränkt werden. Relevante Elemente der Handlung werden nicht verraten und genügend Details verschwiegen um keine Plot-Twists zu verraten.

Der kugelsichere Schwarze
Luke Cage ist nicht der erste schwarze Superheld auf der Leinwand. Ihm kam mit knappem Vorsprung Black Panther zuvor, der schwarze König des afrikanischen Lands Wakanda, der seit dem dritten Teil von Captain America „Civil War“ die Avengers vervollständigt.

Als Afroamerikaner aus Harlem, samt Hoodie, hat Luke Cage trotzdem für große Aufregung gesorgt. In dem traditionell schwarzen Problemviertel von Manhattan steht er mit seiner Kapuze als Ikone der hochaktuellen Black Lives Matter-Bewegung, weil seine Superkraft ausgerechnet aus seiner Kugelsicherheit besteht. Den Produzent*innen ist dies durchaus bewusst und obwohl das Original-Comic kaum politisch ist – abseits von der Tatsache der Hautfarbe des Helden – wird die politische Brisanz betont und angenommen. Entsprechend begeistert wird die Serie von Medien und Publikum aufgenommen. Kommentator*innen und Kritiker*innen loben die politische Ausgestaltung der Serie und den Stellenwert, den schwarze Kultur und schwarze Probleme in der Serie einnehmen. Rolling Stones betitelt Luke Cage als „Black Lives Matter Superhero“. Allein die Inszenierung der Serie im Sinne des Themas Polizeigewalt gegen Schwarze ist ein erstaunlicher Beitrag zum Diskurs in den USA.

Die Serie bietet einige positive Überraschungen, doch es gibt leider auch einiges zu mäkeln.
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Die Mauer muss weg! – Antirassistische Broschüre

Warum eine Welt ohne Grenzen möglich istDemonstrant*innen halten ein Transparent

Die sogenannte „Flüchtlings-Krise“ hält die deutsche Politik in Atem. Millionen Menschen auf der Welt suchen Schutz vor Krieg, Armut und Verfolgung. Doch anstatt auf diese Not zu reagieren, wird in Deutschlands Talkshows und an den Stammtischen der Untergang der Nation beschworen, während die Regierung beschwichtigt: „Wir schaffen das!“. Welche Bedrohung stellen die Geflüchteten für die deutsche Gesellschaft dar? Was wird passieren, wenn wir es „nicht schaffen“?

In einer Broschüre nehmen wir uns der zahlreichen Vorwände, Ausreden und Ängste an, die darauf gerichtet sind Flüchtlingen in Deutschland eine Zuflucht zu verwehren. Auf 26 Seiten argumentieren wir, warum von Flüchtlingen keine Bedrohung für die Gesellschaft ausgeht und dass die sogenannten Ängste nicht nur keine reale Grundlage haben, sondern meist auch von Rassismus geleitet werden. Mit dieser Broschüre möchten wir für eine Welt ohne Grenzen und das Recht auf Bewegungsfreiheit werben. So erklären wir auch, warum es überhaupt nicht so abwegig ist, Menschen da leben zu lassen, wo sie sich sicher und wohl fühlen und warum eine solche Welt für uns alle ein besserer Ort wäre.

Die Broschüre findet ihr sowohl hier im PDF-Format zum Herunterladen, als auch hier in einer Web-Version zum Anschauen.

Falls ihr die Broschüre gut findet und gerne in Papier-Form in den Händen halten oder sogar verteilen wollt, könnt ihr sie euch auch von uns gern zuschicken lassen. Schreibt uns dafür einfach eine E-Mail an cosmonautilus@riseup.net.

Zum Umgang der Linken mit Rassismus und Sexismus

Die massenhaften sexualisierten Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof haben eine heftige Debatte in der deutschen Medienlandschaft um Sexismus und Rassismus ausgelöst. Die linken Beiträge zu dieser Debatte fallen dabei jedoch leider sehr reflexhaft aus und bewegen sich meist zwischen Relativierung und Ablenkung. Wie aber sieht eine emanzipatorische Antwort auf die Ereignisse in der Silvesternacht aus, fernab rassistischer, verleumdender oder verschweigender Rhetorik?

Unmissverständlich klarzustellen ist zuerst, dass die öffentliche Debatte maßgeblich von Rassismus angefacht wird. Noch bevor klar war, ob es sich bei den Tätern um ausländische Staatsbürger handelt, um Menschen mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete wurde bereits darüber nachgedacht, sie abzuschieben. Verdrängt wird dabei, dass Menschenrechte nicht durch Straftaten verwirkt werden können. Erst wenn das Asylverfahren eines Täters scheitert, darf überhaupt über eine Abschiebung nachgedacht werden. Denen, die laut nach Abschiebung schreien, geht es nicht um Frauenrechte und den Kampf gegen sexualisierte Gewalt, schließlich sind von restriktiven Abschiebegesetzen auch Frauen betroffen, die vor sexualisierter Gewalt geflüchtet sind. Hinzu kommt, dass Abschiebungen überhaupt keine Antwort auf Sexualstraftaten sein können. Dass Vergewaltiger nach ihrer Abschiebung weiterhin für Frauen, dann aber in den Herkunftsländern, eine Bedrohung darstellen, wird völlig ausgeblendet.

Die (radikale) Linke hat eine lange Tradition der Unfähigkeit, Antworten auf Problemstellungen zu finden, in denen unterschiedliche Herrschaftsverhältnisse in einem Widerspruch stehen. Das fängt an bei den Hauptwiderspruchstheorien des 20. Jahrhunderts und setzt sich fort beim Streit über den Nahostkonflikt bis hin zur regelmäßigen Preisgabe von feministischen Prinzipien zugunsten klassenkämpferischer oder antirassistischer Wirkung. (mehr…)

Weltmeister im Sorgen

Deutschland ist überfordert! Der Umgang mit seinen Rassist*innen drängt das Land an den Rand seiner Möglichkeiten. Aber wie lässt sich die Krise bewältigen? Können wir das überhaupt schaffen? Nicht besorgte Bürger*innen müssen ernst genommen werden, sondern ihr Rassismus in Form vorgeschobener „Sorgen und Ängste“ – Asyl und Menschenrechte sind nicht verhandelbar!

Teile des deutschen Volkes nehmen die Situation dieser Tage gern selbst in die Hand. Wie weggeblasen scheint das Delirium der Politikverdrossenheit, denn nun lässt sich wieder was verändern. Subjekt all des Unmuts sind die Bedrohungen, die Deutschland ins Haus stehen: Flüchtlinge, Fremde überschwemmen die Heimat; sie bringen verrohte Sitten, Kriminalität und viele Kinder und untergraben damit unsere kulturellen Werte.

Die Antworten darauf zeigen sich vielfältig. Die meisten der „Besorgten“ hatten bisher noch keinen engen Kontakt mit den neuen Fremden und sorgen mit Abendspaziergängen dafür, dass das am Besten auch so bleibt. Manche fordern für den Umgang mit Flüchtenden mehr direkte Demokratie, sie würden die Asyl- und Menschenrechte also am Liebsten gleich selbst per Volksentscheid abschaffen. Andere wiederum sehen die vermeintlich politisch Verantwortlichen für die gegenwärtige Lage lieber am Galgen baumeln. Am Besten gleich aufgeknüpft neben der Lügenpresse; es stört, dass zumindest die Medienlandschaft etwas aus der Situation Anfang der Neunziger in Deutschland gelernt hat, als unter lautstarkem Beifall die ersten national befreiten Zonen geschaffen wurden. Und auch das ist wieder weit verbreitet: Täglich folgen den Worten Taten, werden Flüchtende angegriffen, ihre „Verteilung“ blockiert, Unterkünfte in Brand gesteckt.
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Auf nach Nauen.

Es sind Zeiten in denen man morgens aufwacht und sich nur noch fragt, ‚wo‘ und nicht ‚ob‘ eine Asylunterkunft angegriffen wurde.

In der letzten Nacht brannte eine eine geplante Flüchltingsunterkunft in Nauen (bei Berlin) komplett aus. „Es handelt sich vermutlich um vorsätzliche Brandstiftung“ so lässt sich der Brandenburgische Innenminister vom RBB zitieren. Es ist nur einer von viel zu vielen Fällen, in denen Rassist*innen zu Gewalt und zum Benzinkanister greifen, um ihr totalitäres Menschenbild mit allen Mitteln durch zu setzen.

Heute Abend gibt es eine Kundgebung, die auf den Brandanschlag aufmerksam machen soll und den Rassist*innen zeigen soll, dass ihr Handeln auch für sie Konsequenzen haben wird. Die Straße darf den Rassist*innen nicht überlassen werden.

Heute Abend, 18 Uhr, Waldemardamm in Nauen (5min vom Bahnhof).

Redebeitrag: Rassismus und Migration

Der folgende Redebeitrag wurde im letzten Jahr bereits auf mehreren Demos im Name der Linksjugend [’solid] und anderer Gruppen gespielt.

Wir veröffentlichen ihn hier weil wir ihn mitgeschrieben haben und gut finden. Wer Verwendung für ihn hat, kann sich einfach bei uns melden.

Im Folgenden der Text des Beitrags:
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Die Angst vor‘m schwarzen Dealer

Bahnt sich eine Sensation in der Drogenpolitik an? Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat die Zulassung eines Coffee-Shops zum legalen Verkauf von Marijuana beschlossen, nachdem die CDU die Tagung verlassen hatte. Zwar muss das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch sein Okay geben, was ungewiss ist, und auch der Senat arbeitet gegen das Projekt, aber der politische Wille ist augenscheinlich da.

Aber wer sich nun freut, dass die verheerernden Folgen staatlicher Bevormundungspolitik über den Konsum von Rauschmitteln augenscheinlich zu einem Umdenken geführt hat, täuscht sich. Die Motivation hinter diesem Schritt zur Legalisierung von Cannabis ist es nicht, der Zerstörung von Existenzen durch Gefängnisstrafen für Drogendelikte Einhalt zu gebieten oder Konsument*innen günstig qualititativ hochwertige und weitestgehende sichere Drogen zu gewährleisten, um etwa Vergiftungen durch Streckmittel zu verhindern.
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Das Problem heißt (immer noch) Rassismus

bgr

Es ist nun ein Jahr her, dass die Terrorzelle NSU aufgeflogen ist. Doch weder Neonazis, noch Rassismus konnten aus der Gesellschaft zurückgedrängt werden. Gerade in diesem Moment sitzen Asylbewerber*innen vor dem Brandenburger Tor und hungern bei Kälte gegen die rassistische Residenzpflicht, die immer noch in deutschen Gesetzen verankert ist. Nicht nur dass es notwendig ist zum Hungerstreik zu greifen, um auf den Rassismus der Institutionen aufmerksam zu machen, sondern auch das massive Einschreiten der Staatsgewalt in Form von Polizist*innen zeugt von einem staatlich verankerten Rassismus. Einige Menschen wollen diesen allerdings immer noch nicht wahr haben.

Am 4.11. ruft deshalb das Bündnis gegen Rassismus zu einer Demonstration auf.

Das Bündnis gegen Rassismus in Berlin ruft für den 4. November zum Gedenken an die Ermordeten des NSU auf. Die Demonstration findet im Rahmen des bundesweiten Aktionstages “Das Problem heisst Rassismus” statt. Die Auftaktkundgebung findet um 14 Uhr am Oranienplatz auf dem Refugees Protestcamp statt.

Wir Fordern:

Kontinuierliche und kritische Auseinandersetzung mit Rassismus in all seinen Facetten in Politik, Alltag und Institutionen!

Alltagsrassismus und institutionellen Rassismus nicht an den “rechten Rand” zu verschieben, sondern endlich konsequent da zu bekämpfen, wo er vorkommt – in der Mitte der Gesellschaft!

Abschaffung des Verfassungsschutzes!

Abschaffung aller ausgrenzenden Gesetze! Ein menschenwürdiges Bleiberecht! Partizipationsrechte, gleichberechtigt und selbstbestimmt für alle in Deutschland Lebenden!

Schluss mit der diffamierenden und kriminalisierenden „Integrationsdebatte“!

Schluss mit der rassistischen „Vermisst“-Kampagne von staatlichen Institutionen

Eine rassismusfreie, gerechte, emanzipierte und solidarische Gesellschaft!

Mobivideo:

Mit dem Bus nach Fledermausland

Rassimsu tötet Die Kampagne Rassismus Tötet beschränkt sich nicht auf die Thematisierung der Ereignisse vor 20 Jahren in Rostock-Lichtenhagen, sondern rückt schon seit über einem Jahr die Pogrome, Morde und Übergriffe in allen möglichen Städten der Bundesrepublik in der Nachwendezeit in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Denn Lichtenhagen war kein Einzelfall, sondern nur der Höhepunkt einer Welle rassistischer Gewalt. Eine unüberschaubare Zahl von Übergriffen auf tatsächliche oder vermeintliche Ausländer*innen, zahlreiche Brandanschläge auf Flüchtlingsheime und pogromartige Ausschreitungen in Mölln, Solingen und anderen Städten waren die Folge eines zutiefst rassistischen öffentlichen Asyldiskurs in dessen Verlauf das Grundrecht auf politisches Asyl abgschafft wird.
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Die Deutsche Eiche in Lichtenhagen

Am 25.08.2012 fand in Rostock eine Großdemonstration zum Gedenken an das rassistische Pogrom der Nachwendezeit gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und die Unterkunft vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen statt. Tagelang belagerten hunderte mit Steinen und Molotovcocktails bewaffnete Nazis und Rassist*innen den bewohnten Wohnblock und steckten ihn in Brand. Tausende Rostocker Anwohner*innen applaudierten, die Polizei griff nicht in das Geschehen ein, sondern schirmte die Gewalttätigkeiten noch von spontan organisierten linken Gegendemons-trant*innen ab. In der Folge schaffte der Bundestag das verfassungsverbriefte bedigungslose Recht auf politisches Asyl ab.

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