Archiv der Kategorie 'Feminismus, Queer & Gender'

Stencilvorlage: Viva la Vulva!

Phallus-Vergleiche, Phallus-Symbole, Penis-Witze und Schwanzvergleiche prägen den Alltag der patriarchalen Gesellschaft. Doch wann nimmt mal jemand das Wort „Vulva“ in den Mund und an welcher Hauswand ist mal zur Abwechslung kein Pimmel, sondern eine Vagina gekritzelt?

Weil weibliche Sexualität viel zu oft keine Erwähnung findet und weibliche Genitalien auf Brüste reduziert werden… VIVA LA VULVA!

Als Mittel zur Gegenintervention hier eine Vorlage für eine Sprüh-Schablone: Einfach auf Papier ausdrucken oder abmalen, auf Karton, Pappe oder ähnliches kleben, mit einem scharfen Messer ausschneiden und sprühen!
Tipps zum Herstellen von Stencils und zum Sprühen gibts auch hier.

Glitzer-Kritik
…oder die Entgrenzung von queer geht zu weit

Wenn auf dem tCSD Hetero-Paare Händchen haltend durch die Glitzer-Schwaden ziehen, wenn mir die gleichen Macker dort begegnen wie auf jeder normalen Antifa-Demo auch, wenn Glitzer und rosa Handtasche in Szene-Kneipen und anderen linken Räumen zum Coolness-Faktor werden – dann wird dies oft als queer verstanden und gelabelt.

Queer – ein Begriff der Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität in Frage stellt?!

Als queer bezeichnen sich Menschen, die ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität als quer zur vorherrschenden Norm beschreiben. Die vielfältige Bedeutung von queer sollte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass queer alles ist, nur nicht hetero, dass queer als Sammelbegriff für all jene dient, die sich außerhalb der Norm bewegen: Und das sind immer noch Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle (LGBTI). Aber alternativ-lebende heterosexuelle CIS-Männer- und Frauen1 eher weniger.2

Queer wird Interessen von LGBTI nicht mehr gerecht, wenn Queer-Sein nicht mehr als sexuelle Identität oder Geschlechtsidentität, sondern als ein „irgendwie-dazwischen“ erscheint. Das irgendwie-queere Dasein initiiert dabei aber wiederum nur eine postmoderne Heterosexualität. Diese oder auch gendersensible Sprache entschuldigt dann schnell mal das Ausleben der eigenen Männlichkeit, die eigene dominante Stellung muss nicht mehr hinterfragt werden und festigt sich.
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