Archiv der Kategorie 'Veranstaltungen'

Auf nach Nauen.

Es sind Zeiten in denen man morgens aufwacht und sich nur noch fragt, ‚wo‘ und nicht ‚ob‘ eine Asylunterkunft angegriffen wurde.

In der letzten Nacht brannte eine eine geplante Flüchltingsunterkunft in Nauen (bei Berlin) komplett aus. „Es handelt sich vermutlich um vorsätzliche Brandstiftung“ so lässt sich der Brandenburgische Innenminister vom RBB zitieren. Es ist nur einer von viel zu vielen Fällen, in denen Rassist*innen zu Gewalt und zum Benzinkanister greifen, um ihr totalitäres Menschenbild mit allen Mitteln durch zu setzen.

Heute Abend gibt es eine Kundgebung, die auf den Brandanschlag aufmerksam machen soll und den Rassist*innen zeigen soll, dass ihr Handeln auch für sie Konsequenzen haben wird. Die Straße darf den Rassist*innen nicht überlassen werden.

Heute Abend, 18 Uhr, Waldemardamm in Nauen (5min vom Bahnhof).

Arbeit nervt! Einführung in die Kritik der Arbeit

Das Verhältnis der Arbeiterbewegung zur Arbeit ist in der Regel ein positives und gipfelte in einer kultischen Verehrung der Arbeit im realexistierenden Sozialismus. Von Beginn an regten sich jedoch auch Stimmen, die in der Arbeit nichts positives Erblicken wollten. Nicht zuletzt der Schwiegersohn von Karl Marx, Paul Lafargue, hat mit seinem polemischen Aufsatz: „Das Recht auf Faulheit“ versucht dem von der Sozialdemokratie geforderten ‚Recht auf Arbeit‘ etwas entgegen zu setzen.

Zum Thema Arbeitskritik führen wir am kommenden Sonntag einen Workshop durch. Inhaltlich wollen wir einen kritischen Begriff der Arbeit entwickeln, der Grundlage für eine weitere Auseinandersetzung mit und Einordnung von vor allem Positionen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie aber eben auch der antikapitalistischen Linken ist.

Stattfinden wird der Workshop am Sonntag, dem 16.06.2013, ab 14:00 Uhr im Bürgerbüro, Mehringplatz 7, 10969 Berlin (Nähe U Hallesches Tor).

Film: Work Hard – Play Hard

Am Montag, den 22. April um 21:00 schauen wir den arbeitskritischen Film „Work Hard – Play Hard“. Dazu sind alle herzlich eingeladen!

Die Dokumentation aus dem Jahr 2011 zeigt, wie der Mensch in der modernen Arbeitswelt zunehmend zur Ressource wird, die jederzeit bedingungslos zur Verfügung steht und die es ständig zu optimieren gilt. „Human Ressource Management“ löst die Grenzen zwischen (Erwerbs-)Arbeit und dem „restlichen Leben“ auf und schafft aufopferungsvolle Mitarbeiter*innen, deren persönliche Interessen mehr und mehr denen des Arbeitgebers entsprechen (müssen).

Los gehts am Montag um 21:00 im Café Ernesto, Mainzer Straße 22 (Neukölln – U8 Boddinstraße).

Das Streben nach Gewinnmaximierung und grenzenlosem Wachstum hat die Ressource Mensch entdeckt. So bedeutet in der modernen Dienstleistungsgesellschaft die Optimierung eines Betriebes die Optimierung der Mitarbeiter. Die Grenzen zwischen Arbeit und Lifestyle sollen verschwinden, damit die Arbeit attraktiver wirkt und auch nach Dienstschluss weitergeht. Bei Auswahl, Motivation und Training der Mitarbeiter von morgen wird nichts dem Zufall überlassen. Permanente Selbstoptimierung steht auf dem Programm.
Wie schafft man diese ständige Optimierungsarbeit, wie wird man ein „zukunftsfähiger Mensch“, wie wird man hochleistungstauglich gemacht und wie lässt sich totale Einsatzbereitschaft abrufen?

Der Erfolg einer Firma hängt von der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter ab. Heute bedeutet die Sanierung eines Betriebs die Sanierung der Mitarbeiter. Human Ressource Management und moderne Büroarchitektur reichen sich die Hand.

Filmemacherin Carmen Losmann heftet sich an die Fersen einer High-Tech-Arbeiterschaft, die hochmobil und leidenschaftlich ihre Arbeit zum Leben machen soll. In dieser Welt wird eine eigene Sprache gesprochen. Von non-territorialen Office Spaces ist die Rede, von multimobilen Knowledge-Workern, die taskorientiert performen. Doch das Wort Burn-out kommt im Film nicht vor, das die Kehrseite der Medaille der neuen schönen Arbeitswelt ziert.

Kritiken zum Film gab es unter anderem in der Jungle World, Süddeutschen, TAZ und FAZ.

Workshop: Brot und Rosen

Von der Sozialistischen Frauenbewegung

Im Rahmen des Rosa&Karl-Veranstaltungswoche organisieren wir eine Veranstaltung, die sich mit dem Feminismus aus Rosas Zeiten auseinandersetzt. Schwerpunkt stellt der sozialistische Feminismus dar.

Sonntag, 6. Januar 2013 | 14.00 – 18:00 Uhr
NFJ-Laden, Weichselstraße 13, Neukölln; U8 Hermannplatz; M41 Fuldastraße

4 Tage nach dem Mord an Rosa Luxemburg konnten Frauen zum ersten Mal auf nationaler Ebene wählen – ein lang erkämpfter Erfolg der Frauenbewegung.
Neben demokratischen Rechten forderte die sozialistischen Frauenbewegung ein gerechtes Einkommen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen. In dem Workshop wollen wir uns mit Sozialistinnen, wie Clara Zetkin und Johanna Loewenherz, ihrem Kampf um eine (geschlechter)gerechtere Gesellschaft und ihr Rolle in der sozialistischen Bewegung beschäftigen.

Rosa&Karl – Gedenken in der Krise!

Für den 13. Januar 2013 ruft das Bündnis Rosa&Karl zu einer eigenen Demonstration unter dem Motto „Gedenken in der Krise“ in Berlin auf. Das Bündnis wird bisher getragen vom Bundesverband der Falken, dem Bundesverband der DGBjugend, der NFJ, den Jusos Berlin, Hashomer Hatzair, den JungdemokratInnen Berlin und dem Bundesverband der Linksjugend [’solid].

http://rosaundkarl.blogsport.de

Banner des Rosa und Karl - Bündnis

Auszug aus dem Aufruf:
[…]
In der Vergangenheit sind viele Versuche sozialistische Ideen umzusetzen gescheitert. Nicht nur durch blutige Niederlagen wie die des Spartakusaufstands, sondern auch dadurch, dass ihr fortschrittlicher Gehalt in brutalen Diktaturen und repressiven Systemen ein Ende gefunden hat. Die Namen Stalin, Mao, Ho-Chi-Minh und Honecker stehen stellvertretend für dieses Scheitern.

Das traditionelle Gedenken an Rosa und Karl in Form der LL(L)-Demonstration stellt heute leider einen traurigen Ausdruck dieser Form des Scheiterns dar. Unwidersprochen werden Jahr für Jahr Stalin-Banner geführt, Weisheiten des großen Vorsitzenden Mao Zedongs zitiert und DDR-Fahnen geschwenkt. Kritik wird nicht entgegengenommen, sondern mit körperlicher Gewalt beantwortet. Wir bestreiten, dass solche menschenverachtende Ideologien etwas mit den Ideen von Rosa und Karl zu tun haben und haben die Hoffnung verloren, dass diese Aufstellung des Gedenkens noch von innen reformiert werden kann.

Wenn wir an die Ideen von Rosa und Karl anknüpfen und für ein freies und selbstbestimmtes Leben auf die Straße gehen, so tun wir das als Bündnis emanzipatorischer Jugendverbände und Gruppen. Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, sondern schreiten fragend voran. Wir wehren uns gegen jeden Dogmatismus und die Verherrlichung von Verbrechen begangen von sogenannten Linken und im Namen „der guten und wahren Sache“. Wir wehren uns gegen eine „Freund-Feind“-Logik, denn die Welt in der wir leben ist nicht schwarz- weiß, sondern bunt.
[…]
http://rosaundkarl.blogsport.de/aufruf/

Mein Eis ist wichtiger als Deutschland

Bei schwüler Wärme und Sonnenschein konnten heute fleißige Fähnchensammler*innen auf dem Hermannplatz die Früchte ihrer Arbeit genießen. Für jede abgegebene Nationalfahne gab es ein Eis.

Und der Andrang war beachtlich: 83 Eis später stapeln sich Autofähnchen, schwarz-rot-goldene Rückspiegelverzierungen und Bundesadler im Punktewert von 89 Antinationalen Credits rund um den Tisch. Bei antinationalen Klängen schleckten allerlei bunte Menschen ihr Schoko- und Zitronen-Eis, Passant*innen bedienen sich am Infomaterial um sich über die Auswirkungen der Nation zu informieren und nur selten fährt ein Auto vorbei, dessen schwarz-rot-goldener Wimpel die Insass*innen als ewig-gestrig ausweist.

Eine erfolgreiche Jagdsaison geht damit zu Ende.